
Bevor irgendetwas anderes passiert, schaue ich mir das Stück genau an. Dann kommt es auseinander — Beschläge, Glas und Schlösser herunter, alles gereinigt. Erst jetzt sehe ich, was die Substanz hergibt, und alles Weitere richtet sich danach.
Ersatzteile kommen von Betrieben aus der Umgebung. Die Farben sind von Farrow and Ball und Nussblau Colors, zertifiziert und kindergerecht, in jeder Schicht bis zum letzten Anstrich. Bei einem Möbel, an dem ein Kind jeden Tag lehnt, ist das keine Stelle zum Rechnen.
Wichtig ist mir, dass man es sieht. Nicht auf dem Preisschild, sondern am Stück selbst, wenn du davorstehst und die Lade aufziehst.


Verlassenschaften, Haushaltsauflösungen, ausgeräumte Dachböden, dazu die Caritas. Auf willhaben stehen zu jeder Zeit rund 60.000 alte Kästen, die verschenkt werden. Wenn sie niemand nimmt, werden viele davon verbrannt. Oft erzählen mir die Vorbesitzer beim Abholen, woher ein Stück kommt und was daran hängt — diese Geschichte bleibt am Möbel, auch wenn es weiterzieht.
Ich kaufe, was ruhig und gerade gebaut ist. Wofür ein Stück einmal gemacht war, spielt dabei keine Rolle: Was eine Wickelkommode war, kann später im Wohnzimmer stehen.
Vollholz trägt, Furnier auf Spanplatte nicht. Was ich nicht aufarbeiten kann, ohne es zu ersetzen, nehme ich gar nicht erst mit.
Die Werkstatt liegt in Enzersfeld im Weinviertel, nördlich von Wien. Vom Stephansplatz sind es rund 27 Kilometer, bei freier Fahrt eine gute halbe Stunde.
Hier steht, was gerade fertig ist, und daneben das, was noch auseinander liegt. Wenn du ein Stück angreifen willst, bevor du dich entscheidest, ist das der richtige Weg. Maße, für die es sonst drei Mails braucht, sind hier in zwei Minuten geklärt.